
Foto: Johan Jacobs
Abschlusskonzert mit den Teilnehmern des Musikfest-Ateliers "Wege zu Bach"
Seit 2010 rückt das Musikfest Bremen das Erbe des legendären Orgelbaumeisters Arp Schnitger (1648 bis 1719) in den Fokus und gestaltet einzigartige Konzerte im Orgelparadies rund um Bremen. Dabei steht von Anbeginn an nicht allein das Schaffen Schnitgers im Mittelpunkt. Zum einen wird der Blick gezielt auch auf sein Umfeld gelenkt, das mit Vertretern wie Christian Vater, Erasmus Bielfeldt oder Dietrich Christoph Gloger ebenfalls prachtvolle und klangschöne Orgeln hinterlassen hat. Zum anderen wird bahnbrechenden ausländischen Einflüssen aus den Niederlanden oder Italien nachgespürt, die für die Entwicklung der Norddeutschen Orgelschule prägend waren. Das Atelier "Wege zu Bach" hat in den Vorjahren den Einflüssen nachgespürt, die dem Komponisten wichtige Anregungen lieferten. Diese kamen aus ganz Europa von Giovanni Gabrieli, Jan Pieterszoon Sweelinck, Heinrich Schütz und Dieterich Buxtehude, aber auch aus der eigenen Familie. Im diesjährigen Atelier unter der erneuten Leitung von Lionel Meunier (Foto) steht nun der Meister selbst im Fokus. Bachs Motetten bilden nur eine winzige Werkgruppe im Kosmos seiner geistlichen Musik, nehmen aber eine besondere Stellung ein. Sie waren die ersten Werke, die nach Bachs Tod 1802/03 gedruckt wurden und sich schnell im aufblühenden bürgerlichen Konzertleben etablierten. Aufgeführt werden können sie a cappella oder mit Instrumentenbegleitung. Lionel Meunier lässt sie mit den Atelier-Sänger:innen mit der Orgel erklingen. Im Zusammenspiel mit einem der besterhaltenen Instrumente Schnitgers wird ihre Vielfalt an Klangfarben sowie ihr Mix aus choraler Klangfülle und solistischer Virtuosität einmal mehr zum Erlebnis.
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