
Foto: Sophia Hegewald
Werke von Vivaldi, Telemann, Corelli u.a.
Seit 2010 rückt das Musikfest Bremen das Erbe des legendären Orgelbaumeisters Arp Schnitger (1648 bis 1719) in den Fokus und gestaltet einzigartige Konzerte im Orgelparadies rund um Bremen. Dabei steht von Anbeginn an nicht allein das Schaffen Schnitgers im Mittelpunkt. Zum einen wird der Blick gezielt auch auf sein Umfeld gelenkt, das mit Vertretern wie Christian Vater, Erasmus Bielfeldt oder Dietrich Christoph Gloger ebenfalls prachtvolle und klangschöne Orgeln hinterlassen hat. Zum anderen wird bahnbrechenden ausländischen Einflüssen aus den Niederlanden oder Italien nachgespürt, die für die Entwicklung der Norddeutschen Orgelschule prägend waren. Verità Baroque, ein innovatives Kollektiv junger auf historischen Instrumenten Musizierender, ist eines der charismatischsten Ensembles der internationalen Barockmusik-Szene. Unter dem Titel "Solo contro tutti" zeigen sie, wie sich im Barock zwei Formen des Konzerts etablierten: solo und grosso. War Antonio Vivaldi eine der Galionsfiguren für das Solokonzert, galt Arcangelo Corelli als der Großmeister des Concerto grosso. Voll mitreißender Spielfreude macht das Ensemble erlebbar, warum diese zwei barocken Ideen des "Concerto" (von lat. "concerto"/wettstreiten und ital. "concertare"/zusammenwirken) für bahnbrechende Neuerungen sorgten. Daneben wird auch die 1734 fertiggestellte Orgel von Erasmus Bielfeldt als eines der wichtigsten historischen Instrumente Norddeutschlands aus der Zeit Bachs zum Klingen gebracht: mit der Pastorale, dem wohl bekanntesten Werk des italienischen Barockkomponisten Domenico Zipoli.
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